Posts mit dem Label Nähwelt Flach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nähwelt Flach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 8. Januar 2019

Halstuch für Babys nähen *Freebie*

Da ich schon so oft gefragt wurde, hab ich mich mal über die Feiertage kurz hingesetzt und mein Sabberlätzchen-Schnittmuster für euch digitalisiert. Ihr könnt es hier über meine Dropbox runterladen.



Der Schnitt wird aus Jersey genäht und ist je nach Position der Druckknöpfe/Einhaltung der Nahtzugabe von 0 bis 2 Jahre verwendbar. Ich verschenke das Halstuch gerne mit passender Hose oder Jacke zur Geburt und mag es sehr – nicht nur an Spuck- und Sabberkindern.



Genäht wird es ganz einfach:

Zwei mal die Vorlage aus Jersey ausschneiden (im Schnitt ist die Nahtzugabe enthalten).

Dehnbare Vlieseline, Wonderdots oder Ähnliches an die Position der Druckknöpfe auf die linke Stoffseite aufbügeln.

Beide Teile rechts auf rechs zusammennähen, dabei eine Wendeöffnung von ca 5 cm lassen. Wenn ihr diese ca. zwei Zentimeter von der Spitze entfernt lasst, könnt ihr nachher noch ein Label oder Webband einnähen.
Näht ihr mit 1cm Nahtzugabe, ist das Tuch praktisch universell passend. Näht ihr mit 0,5 cm verkleinert sich der Ausschnitt entsprechend und ist eher für Babys bis zu einem halben Jahr geeignet.

Ich schneide bei Jersey die Nahtzugabe nicht zurück oder ein, ihr könnt das aber gerne machen bevor ihr das Tuch auf rechts wendet.

Nun die Ecken sauber ausstreichen, die Wendeöffnung nach innen schlagen (eigentlich legt sie sich von selbst in die richtige Position) und das ganze einmal bügeln.

Wer mag legt noch ein Label/Webband in die Wendeöffnung.

Nun steppen wir einmal knappkantig um das komplette Tuch und schließen so auch die Wendeöffnung. Ich liebe hierfür das Füßchen #5 (Blindstich) meiner Bernina oder einen Schmalkantfuß. Damit könnt ihr perfekt die Spur halten und die Naht wird richtig schön sauber. Man sieht bei den Beispielen unten sehr deutlich, welches die Älteren Tücher sind, bei denen ich das Nähfüßchen noch nicht gewechselt habe...

Druckknöpfe oder Kam Snaps anbringen und schon ist das Babytuch fertig.


Viel Spaß beim Nachnähen!


Ich hab mal bei Instagram als Inspiration meine Babygeschenke der letzten Monate gesucht und diese Bilder für euch gefunden:











Mittwoch, 25. Juli 2018

Kreative Spielereien mit der Lochstickeinrichtung *Bernina*

Hier wirkt es etwas still gerade, aber das täuscht. Hinter den Kulissen wird sehr viel genäht, die meisten Stücke dürfen nur noch nicht veröffentlicht werden. Blöd, für den Moment, aber ab Mitte August gibt es dafür wieder ganz viel zu sehen – dann auch wieder mehr Kleidung für mich statt Babygeschenke und Kinderkleider.



Heute verweise ich euch gerne zum BERNINA-Blog, für den ich wieder mal einen Beitrag geschrieben habe. Es geht um gestickte Ösen und was man sonst noch so mit der Lochstickeinrichtung anstellen kann.


Klickt euch gerne hinüber.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Biesenfüßchen, Zwillingsnadel und warum ich nicht mehr im Nähladen kaufe

Neulich war ich wieder mal im örtlichen Nähladen. Wer hier öfter mitliest, weiß, dass es nun entweder lustig, traurig oder beides wird. Der regelmäßige Leser fragt sich an dieser Stelle auch schon, warum sie es immer wieder tut. Ich frage mich das ebenfalls!



Dieses mal war es die Zwillingsnadel die ich passend für mein neues Biesenfüßchen benötigte. Lange Zeit war mir auch unbekannt, dass es dieses Füßchen gibt und ich habe meine Biesen ohne spezielles Füßchen, dafür aber hin und wieder mit Schweiß und Tränen genäht. Da ich großer Freund von Hilfsmitteln bin, die einem das Leben, oder vielmehr das Nähen erleichtern, wollte ich es aber unbedingt mal testen.
Kurz gefasst: die Biesenfüßchen gibt es in verschiedenen Ausführungen für verschiedene Stoffarten/Stoffdicken und man näht die Biese unter Verwendung von Biesenfüßchen und Zwillingsnadel automatisch. Außerdem kann man durch die Rillen im Füßchen enge parallele Biesen nähen ohne sich vorher mit Geodreieck und Kreise verausgabt zu haben. Ich finde es unfassbar praktisch!
Aber den Lobgesang auf das Nähfüßchen lest ihr besser im BERNINA Blog, da gibt es nämlich seit dieser Woche einen kleinen Artikel zu diesem wunderbaren Dreieckstuch. Hier lasse ich dieses Thema jetzt einfach außen vor und jammere über meine Erfahrungen im Einzelhandel. Die Bilder zeige ich euch trotzdem, denn im Laden habe ich #ausgründen keine gemacht.



Also, ich schnappe mir das Füßchen,  gehe in DEN Laden, suche sehr aktiv (!) eine Verkäuferin und das Unheil nimmt seinen Lauf...

1. Akt
Änni (freundlich): entschuldigen Sie, können Sie mir die passende Zwillingsnadel zu diesem Biesenfuß zeigen?"
Verkäuferin: "Zwillingsnadeln sind da hinten."
Änni: Ja, ich weiß, aber ich weiß nicht welche passt, und brauche Beratung"
Verkäuferin (genervt): "Gucken sie selber, da gibt es verschiedene Größen"
Änni (immer noch freundlich): "Ja, ich weiß, aber ich bin mir nicht sicher welche zum Biesenfuß passt"
Verkäuferin: "Das hab ich ja noch nie gehört!"
Änni: "Ohhhh. Gibt es hier eventuell jemanden der sich damit auskennt?"
Verkäuferin latscht wortlos weg und holt Kollegin.

2. Akt
Änni (sehr freundlich): "Hallo Kollegin, ich brauche die passende Nadel zu diesem Biesenfüßchen, können Sie mir vielleicht helfen?"
Kollegin: "Was? Das hab ich ja noch nie gehört!"
Änni (freundlich): "Ohhhh? Gucken Sie, ich hab dieses Biesenfüßchen *zeigt hoffnungsvoll Biesenfüßchen*, damit kann man mit Hilfe einer Zwillingsnadel Biesen nähen, ich weiß aber nicht, welchen Nadelabstand ich brauche."
Kollegin: "Was? Ich nähe Biesen ohne spezielles Füßchen."
Änni: "Ja ich weiß, ich bin des Biesennähens durchaus auch mächtig, aber hiermit geht es ebenso und ich möchte es gerne testen. Mir fehlt nur die passende Nadel die Sie mir verkaufen könnten"
Kollegin: "Zwillingsnadeln sind da hinten."
Stille
Änni gesagt: "Ok, dann gehe ich jetzt zu Esro Jersey, vielleicht können die mich ja beraten und mir die passende Nadel verkaufen. Schönen Tag noch und vielen Dank für Ihre Hilfe."
Änni gedacht: "Legt euch gehackt ihr blöden Weiber! Warum bin ich so dämlich und renne immer wieder in diesen Kack-Laden in dem ich wahlweise absolut herablassend, inkompetent oder schlichtweg gar nicht bedient werde?
Kollegin: -

3. Akt Esro Jersey
Änni (mit Beruhigungsschokolade zwischen den Zähnen): "Entschulfifung, *schluckt* ich bin es nicht gewöhnt so schnell bedient zu werden und hatte noch den Mund voll, können Sie mich zur passenden Zwillingsnadel für dieses Biesenfüßchen beraten?
Kompetente Verkäuferin: "Oh, da bin ich mir jetzt nicht sicher, darf ich die Verpackung öffnen?"
Änni: "Natürlich, gerne!"
Kompetente Verkäuferin liest in der Anleitung nach: "Ich empfehle Ihnen die 4er-Nadel, eine 3er wäre noch besser, aber die habe ich leider nicht hier, tut mir leid"
Änni: "Juhu, nehme ich, herzlichen Dank!"

Vor lauter Dankbarkeit hab ich gleich noch meinen Garnvorrat neu aufgefüllt.


So, es dürfen Wetten abgeschlossen werden: Wann gehe ich aus Faulheit wieder in den ersten, näher gelegenen Laden? Welches Drama spielt sich dann ab? Gehe ich womöglich gar nicht aus Faulheit dort hin, sondern weil ich wieder eine neue Geschichte für den Blog brauche?



Zuhause angekommen hab ich mich auf die Nähmaschine gestürzt und das Biesenfüßchen nebst Nadel eingeweiht. Klappt super, sogar auf unregelmäßigem "Spucktuchstoff" und ich bin begeistert, wie cool man damit Ecken in eine Biese nähen kann. Schade, dass es die alte Schachtel im ersten Laden nicht sehen kann...

Da ich ja, Spuckkind sei dank nicht unbedingt die größte Befürworterin von Musselin-Stoffen an erwachsenen Menschen bin ist ja vielleicht bekannt. Da ich aber die Farbe für meine Schwägerin so passend fand und ihr ein #geteilterStoffIstDoppelteFreude-Tuch genäht habe, hatte ich das zweite Dreieck des Meters übrig. Also musste eine Methode her, wie man Babystoff erwachsenentauglich bekommt und da kamen mir die Biesen gerade recht.
Muss ich noch erwähnen, dass ich die Dinger super finde und auch meine nächsten Double Gauze Tücher die ich lieber als Musselin trage damit aufmotzen werde?






Verlinkt: After Work Sewing
Stoff: Stoffmarkt Stuttgart






Die Nähmaschine B 580 von Bernina wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt.






Donnerstag, 25. Januar 2018

Nähmaschinenhülle für die B 580 nähen



Habt ihr gesehen, dass ich gestern einen Artikel auf dem BERNINA Blog veröffentlicht habe? Nö? Na gut, dann fasse ich hier mal kurz zusammen:

Nähmaschinenhüllen finde ich grundsätzlich ungefähr so sinnbefreit wie TaTüTas, Toilettenpapierrollen und Hüllen für Einkaufswagen-Chips.
Dazu kommt, dass ich meine Nähmaschine ziemlich toll finde. Sprich, ich will die lieber öfter als weniger sehen und da stört eine Hülle naturgemäß.
So weit, so klar. Nun fragt ihr euch, warum ich trotzdem eine genäht habe?



Kann ich erklären! Wir wohnen in Feinstaub-City, zusammen mit einem Kleinkind und zwei Katzen. Ich will es nicht dramatisieren, aber wenn ich wollte, könnte ich den ganzen Tag staubsaugen und abstauben. Will ich aber nicht.
Mir ist es auch fast egal, wenn der Fernseher Staub ansetzt und mich hin und wieder im schlimmsten Fall unter dem Sofa die Wollmäuse anlachen. Aber bei der Nähmaschine hört der Spaß auf.
Und genau darum habe ich plötzlich Bedarf an einer Hülle und diese hiermit genäht.



Mein neuer bester Kumpel, der Bandeinfasser und der zugehörige Bandeinfasserfuß haben mir das ziemlich einfach gemacht und ich habe nun lediglich das "Problem", dass ich am liebsten nur noch mit Schrägband versäubern will. So easy mit diesem Hilfsmittel!



Wie genau ich die Hülle genäht habe und wie ihr ebenfalls eine nähen könnt, lest ihr auf dem BERNINA-Blog, hier gibt es heute nur Bilder zu gucken, sorry.












Verlinkt: RUMS
Stoffe: Mitbringsel aus den USA von Cloud9 und JoAnns
Schnitt: eigener, Anleitung hier


Die Nähmaschine B 580 von Bernina wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt.
















Mittwoch, 6. Dezember 2017

Raglanpulli Betula trifft Bernina 580 *Stickmodul Teil 5*

Wie gestern bereits angekündigt konnte ich es ja nicht lassen, die florale Stickerei, die ich auch schon auf einem kurzärmeligen Shirt habe auch auf einen Pullover zu sticken und hab mir den Laine Slub dafür ausgesucht.



Ehrlicherweise hatte ich auch nicht all zu viele Hoffnungen, dass es mit dem Sticken überhaupt hinhaut. Der Stoff ist dank seiner genialen Rückseite oder ist es die Vorderseite? eher unregelmäßig und uneben – sicher nicht der einfachste Untergrund für einen Stickanfänger! Klebevlies und Anti-Glue-Nadeln sowie die gute alte Zeit haben es aber gerichtet. Ich bin zwar nach knapp drei Stunden fast neben der Bernina eingeschlafen weil ich mich nicht getraut habe die Geschwindigkeit zu erhöhen, aber sie hat einfach einen tollen Job gemacht – da will man ja nicht unverschämt sein und drängeln!



Völlig verrückt war bei diesem Oberteil übrigens die Vorgehensweise: Ich wollte dieses Motiv auf dem Stoff, hatte aber eine Ahnung welcher Schnitt es letztendlich werden sollte, dachte aber, man könnte ja schon mal sticken...



Also hab ich einfach mal von einer Kante ein Vorderteil abgeschätzt und dachte, das Blümchen wird dann schon irgendwo links oder rechts vom Ausschnitt sitzen.



Ja, man ahnt es schon. Hat natürlich nicht geklappt. Ich wollte dann doch unbedingt einen Raglanschnitt haben und natürlich kam die Armnaht der Blumenplatzierung in die Quere beziehungsweise hätte sie dann gar so sehr mittig auf der Brust sein müssen. Und da will ich wirklich keine ausladende Stickerei haben.
Eine weitere Herausforderung war, dass der Stoff für den gewählten Schnitt generell etwas knapp war. Sogar ohne die Stickerei und ihre Platzierung zu berücksichtigen. Gut, die Betula hätte ich theoretisch auch mit kurzen Ärmeln nähen können, aber bei einem Winterpulli-Plan ist das einfach keine wirkliche Lösung.
Also habe ich ungefähr so lang gepuzzelt wie gestickt und am Ende war die beste Lösung die Stickerei nach unten zu nehmen. Oder zumindest Richtung unten, denn ganz unten am Saum war auch nicht möglich.
Trotzdem aller Schnittteile-Schieberei war aber einfach nicht mehr als Dreiviertelärmel drin. hier habe ich dann aus der Not eine Tugend gemacht und angestückelt. Da ich mich beim feinen Laine-Slub sowieso nicht entscheiden kann welche Seite ich lieber mag, hatte ich hier die Möglichkeit den Seitenwechsel im Arm durch das Anstückeln nochmal zu betonen. Ja, im Nachhinein gute Erklärungen für Planungsfehler liefern kann ich!



Klar, nächstes mal würde ich doch erst Schnitt und Platzierung planen und dann die Stickmaschine ranlassen, aber schön, dass es auch andersherum klappen kann und ich mag meinen Sweater wirklich gerne.
So gerne, dass er zum Stoffbüro-Crewtreffen mitdurfte bei dem Dominique mich in ihm fotografiert hat. Und nicht nur das, als Fotochefin hat sie mir auch kurzerhand mein gelbes Tuch abgenommen und mir ihr bordeauxfarbenes verpasst. Das passte nämlich noch einen Hauch besser als mein eigenes. Das blöde ist jetzt, dass ich nun leider auch noch eines in bordeaux brauche, war ja so klar...




Verlinkt: After Work Sewing, Ich näh Bio
Schnitt: Betula von Fabelwald
Stickdatei: Freebie "Kringel 2" von Huups

Stoff: Laine Slub von Nosh Organics in dunkelblau




Die Nähmaschine Bernina B580 wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt, das Stickmodul für die Modelle B560, 570, 580 könnt ihr euch hier näher angucken. 
Ich habe bevor ich diese Maschine bekommen habe noch nie gestickt und bin definitiv noch sehr blutige Anfängerin auf diesem Gebiet! Um so mehr freue ich mich über Tipps und Tricks von erfahrenen Stickhasen ;-)













Dienstag, 5. Dezember 2017

Bernina 580 *Stickmodul Teil 4 – Kinderkleidung besticken*


Das mit dem Sticken und mir war ja nicht so geplant – Ich dachte, ich teste das mal ein bisschen und dann ist auch wieder gut. Aber wie es mit der Liebe auf den zweiten Blick angeblich ist, scheint sich da nun doch etwas festeres zu entwickeln.
Das Stickmodul der B580 und ich werden immer vertrauter und ich ertappe mich, wie ich Stoffe nach ihrer Bestickbarkeit aussuche.
Eine der wenigen Stickdatei für Kinder die mir gefällt ist Lila Lottas Lothar, den ich hier auch schonmal auf Handtücher gestickt habe. Natürlich sollte auf den Handtuch-Test auch ein Lothar auf Kleidung folgen und ohne zu viel zu verraten: es blieb natürlich nicht bei einem Teil. Möglicherweise macht das doch auch ein bisschen süchtig.
Da der dicke Winterjersey verglichen mit den flauschigen Handtüchern oder dem unregelmäßigen und sehr dünnen Jersey von meinem floralen Stickerlebnis völlig unkompliziert ist, klappte es mit der Stickerei auch besser.



Ich habe wieder das Klebestickvlies und die Anti-Glue-Nadeln verwendet, der Maschine genug Zeit gegeben und dann lief die Sache. Was ich aber wirklich unbedingt noch benötige ist eine feine Stickschere um den Stoff vor dem Sticken der Umrandungen sauberer abschneiden zu können. Da kam ich mit meiner Allzweckschere einfach nicht nah genug an die Naht ran beziehungsweise hatte einfach zu viel Sorge ZU nah an die Naht zu kommen. Aber es ist ja bald Weihnachten...
Hier finde ich es auch eigentlich ganz witzig, dass Lothar ein bisschen schrabbelig angezogen ist. Seine Kleider kommen auch ausschließlich aus meiner "für-Kleinigkeiten-hebe-ich-den-Ministoffschnipsel-mal-noch-auf-um-ihn-in-fünf-Jahren-dann-wegzuschmeißen"-Kiste. Ungelogen, bis zum Einzug der Stickmaschine habe ich noch nie etwas aus der Kiste genommen, sondern immer nur kräftig gefüllt. Und ja, ich könnte wohl 20 Jahre am Stück sticken und es gäbe noch Material. Aber ich finde ihn niedlich, so in seinem etwas runtergekommenen Look.
Irgendwann werde ich auch mal einen maximal perfekten Lothar aus feinen Stoffen sticken um ihn zu rehabilitieren. Bis dahin sieht der Gute eben weiter aus wie ich am Wochenende oder im Homeoffice.



Ich hab ja neulich schon mal angekündigt, dass ich im Winter öfter Kinderkleidung ohne Minimann drin fotografieren werde um den "Freizeitstress" etwas geringer zu halten. Für Lothar zeige ich nun zum ersten mal ein Flatlay mit "Kombikram".
Die Hose hab ich bei einem Kinderkleiderbasar gekauft und die Schuhe sind ebenfalls gebraucht erstanden und nicht perfekt geputzt. Sorry. Einzig das Tuch ist ebenfalls neu und natürlich selbstgenäht. Hier kommt meine neu entdeckte Liebe zu "gerollsäumten" Dreieckstüchern ins Spiel und so habe ich für den Minimann ein doppeltes genäht. Dazu das Viereck nicht in der Diagonale auseinanderschneiden und ringsrum versäubern, sondern einfach diagonal falten und die kurzen Schenkel zusammennähen. Mal abgesehen davon, dass das Tuch winterlich dicker wird, ist das auch eine schöne Möglichkeit um bei bedruckten Stoffen keine sichtbare Rückseite zu haben. Und da so ein Kindertuch natürlich kleiner ist, reichen hier schon 50 cm Stoff um bei voller Breite zwei doppelte oder vier Tücher mit Vorder- und Rückseite zu bekommen.



Aber ich muss auch warnen: fang am besten gar nicht damit an, es macht total Spaß, geht unfassbar schnell und Tücher braucht man immer. Man wird praktisch sofort süchtig. Ähnlich wie beim Sticken. Und damit verabschiede ich mich bis morgen – da gibt's dann ein gesticktes Teil für mich!





Verlinkt: Ich näh Bio, Menschen(s)kinder, Creadienstag
Stoff: grauer Winterjersey von Lillestoff, Rest von dieser FrauMarlene und Double Gauze von Nosh in senfgelb (in echt ein bisschen gelber als auf den Bildern!)
Schnitt: Basicshirt von Fadenkäfer

Stickdatei: Lothar von LilaLotta über Huups
Zubehör: AntiGlue-Nadeln und Avalon Film, beides von Madeira






Die Bernina B580 wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt, das Stickmodul für die Modelle B560, 570, 580 könnt ihr euch hier näher angucken.






Dienstag, 17. Oktober 2017

Bernina 580 *Stickmodul Teil 3 – Handtücher besticken*

Zum Einstieg noch mal kurz ein wenig #mimimi: meine Ovi ist noch immer in Reparatur. So langsam fehlt sie mir wirklich sehr. Ich hab in der letzten Woche vor lauter Verzweiflung sogar vier Täschchen genäht – trotz langjähriger Taschennäh-Abneigung – und ungefähr alles bestickt was sich nicht in Sicherheit bringen konnte.
Von dieser Seite gesehen, ist es also eventuell doch nicht ganz so furchtbar, dass die Ovi sich die Auszeit gönnt. Ohne die Zwangspause hätte ich mir das Stickmodul der B580 definitiv nicht so ausgiebig vorgenommen.
War ich doch noch vor einigen Monaten der Meinung, dass mir nie im Leben kindgerechte Stickdateien ins Haus kommen, bin ich dieses Wochenende eingeknickt. Den Lothar fand ich ja schon immer ganz niedlich auch wenn mir das ganze auf Stoff etwas zu viel des Guten gewesen wäre. Ein schwarzes oder dunkelgraues Shirt mit Lothar wäre da schon eher mein Geschmack, aber nur deshalb gleich die ganze Datei holen... ach, ich weiß auch nicht.
Und dann stand ich am Samstag im blaugelben Einrichtungshaus vor den dunkelgrauen Gästehandtüchern und hatte die Eingebung: Lothar kommt uns ins Bad! Der Minimann bekommt wenigstens kindgerechte Handtücher, wenn ihm schon so viel anderes Buntes erspart bleibt.



Da fragt ihr euch nun zurecht, warum sie im Ikea vor den dunkelgrauen Exemplaren steht und hier plötzlich hellbeigeweißeierschalefarbene zeigt. Ist doch klar, das ist die Probe! Ich begegne dem Stickmodul immer noch mit großer Vorsicht die ich auch in anderen Dingen mal an den Tag legen sollte und so taste ich mich langsam an die richtigen Materialien und Einstellungen ran.



In diesem Fall hätte ich aber gleich in die Vollen gehen können, ich hab nämlich tatsächlich das richtige Zubehör aus meinem Schrank gezogen und es hat alles bis auf eine Klitzekleinigkeit auf Anhieb geklappt. Gut, man kann sich sicher sein, dass Murphy bei den dunkelgrauen Handtüchern schon dafür gesorgt hätte, dass was nicht klappt. Der fransige Shabby-Look verzeiht sicher auch einiges aber gerade diese Art von Stickerei finde ich besonders hübsch – wenn es schon Figürchen sind, dürfen sie auf keinen Fall akkurat sein!




Beim zweiten Handtuch, dem mit dem Medaillon ist leider beim Sticken der Umrandung immer der Faden gerissen. Bisschen blöd, vor allem weil Lothars Barthaaransätze dadurch etwas gelitten haben. Deshalb hier nochmal die Info an alle (auch an mich für's nächste mal!!!): einfach kein altes Garn nehmen. Es macht nicht glücklich. Wirklich nicht!
Die gute Nachricht für Sparfüchse ist aber, dass es trotzdem nicht weggeworfen werden muss, sondern wunderbare Verwendung beim Binden von Tasseln findet. Ich habe dank Omas altem Nähkästchen Material für einen Tasselgroßversand... Vorher müsste ich dann allerdings die Frage klären, was der Unterschied zwischen Tassel und Quaste ist. Gibt es einen?



Bei meinen bisherigen Stickabenteuern war kein hochfloriges Material dabei und ich hatte trotz eigentlich fehlender Ahnung schon den Verdacht, dass man hier wohl ein Vlies von oben braucht um den Stoff zu "eben". Die Qualität des Frotteestoffes ist freundlich ausgedrückt echt lausig und ich wäre auch nicht überrascht gewesen, wenn er sich beim Sticken komplett aufgelöst hätte. Aber die Bernina war sanft genug (ja, ich sticke wirklich nur noch ganz langsam!) und die magische, wasserlösliche Stickfolie die sich ein bisschen wie eine ganz dünne Klarsichthülle anfühlt war die perfekte Wahl. So perfekt, dass ich gestern in der Stadt gerade nochmal 10 Meter gekauft habe. Man gebe mir Handtücher! Im Idealfall bevor die Overlock wieder hier ist...




Handtücher: Werbegeschenk von Buttinette
Stickdatei: Lothar von LilaLotta über Huups
Zubehör: AntiGlue-Nadeln und Avalon Film, beides von Madeira






Die Bernina B580 wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt, das Stickmodul für die Modelle B560, 570, 580 könnt ihr euch hier näher angucken.














Sonntag, 1. Oktober 2017

Bernina 580 *Stickmodul Teil 2*



Der Plan stand schon vor fast einem Jahr. Die Umsetzung ließ auf sich warten. Jedoch war dieses mal nicht ich die Verursacherin der Verzögerung, sondern die Suche nach der richtigen Stickdatei trennte mich von diesem Oberteil.
Ursprünglich wollte ich dringend ein schlichtes, dunkles Shirt mit floraler Blumenstickerei um den Ausschnitt. Schon als ich mich das erste mal mit dem Stickmodul meiner B580 beschäftigte war klar, dass ich einen gleichmäßig akkurat "umblümelten" Ausschnitt sowie eine Form mit mittiger Spiegelachse erst mal nicht ohne weiteres hinkriegen werde. Seine Grenzen zu erkennen ist ja schon mal ein Anfang.



Ich hatte eine recht genaue Vorstellung von der Stickdatei die ich suchte. Floral, skandinativ, bunt, bisschen retro, mit schönem Schwung um zumindest von einer Schulter zur Mitte des Ausschnittes zu ragen wenn schon die Nummer mit der Spiegelachse nichts werden sollte. Wie eine Wahnsinnige habe ich danach gesucht und irgendwie gab es doch an jeder Datei etwas auszusetzen.
Bis ich diese, ein Freebie aus einer Serie fand hatte ich schon fast aufgegeben und auch schon das eine oder andere Kaufshirt ins Auge gefasst. Das Motiv ist nicht ganz so wie es geplant war, aber als ich es sah, wußte ich, dass es DAS Shirt wird. OK, in diesem Moment hatte ich ich noch ein schwarzes Shirt vor Augen bis ich feststellte, dass ich eben doch nicht genügend Stoff hatte aber zumindest die Stickerei war fix.



Auf einem Probestoff machte ich die ersten Versuche, die sowas von in die Hose gingen, dass ich davon auch gar nicht mehr erzählen will. Da aber Stoffqualität und Stickflies sowieso andere Qualität hatten als beim richtigen Versuch, war das Ziel auch primär die Größe der Datei zu ermitteln um sie mal auf eines meiner nach gleichem Schnitt genähten Shirts legen zu können. Das klappte soweit und ich war doch recht motiviert und schnell beim Originalstoff. Man ahnt hier schon, dass es etwas zu schnell ging...



Hochmotiviert legte ich los und musste schon nach den ersten Stichen feststellen, dass der Stoff ausreißt und praktisch unter der Nadel weg bricht. Trauriger Anblick, aber ich hab es zu Ende gebracht um am nächsten Tag im örtlichen Laden für die Auswahl der richtigen Hilfsmittel ein Ansichtsexemplar zu haben.
Und jetzt kommt der Teil über den ich mich wahnsinnig aufgeregt habe und die Insta-Story-Gucker bescheid wissen.
Die Anfrage im Laden war ganz klar: dieses Motiv, dieser Stoff, schon klar, dass es schwierig wird aber ich will es trotzdem, also welches Stickvlies, welche Nadeln.
ie Antwort: geht nicht
"Geht nicht" ist die Zusammenfassung eines Vortrages über die hohe Kunst des Stickens der die Punkte *viel zu massives Motiv für viel zu feinen Stoff*, *viel zu schlecht ausgearbeitete Datei*, viel zu unregelmäßiger Stoff*, *ohne die große Software zur Bearbeitung der Datei nicht machbar* umfasste.
Meiner Bitte, dass sie mir doch bitte einfach nur das beste Material verkaufen möge das sie für diesen Fall ansatzweise empfehlen könne, ich würde mich auch sicher nicht beschweren wenn es nicht klappen würde kam sie wirklich nur mit allergrößter Überwindung nach.
Ganz im Ernst, ich kann verstehen, dass ein "Profi" entsetzt ist was ich mit der Sticki veranstalte, aber wenn ich sage, dass es für mich total ok ist mit normalem Garn zu sticken weil ich gar kein glänzendes Motiv möchte und ich in Kauf nehme, dass dieses Motiv auf diesem Stoff nie ganz perfekt werden wird, dann ist DAS GEHT NICHT einfach keine Antwort die mich als Kunde zufrieden stellt. Wirklich nicht.
Und überhaupt, in diesem Laden arbeiten ausschließlich jene Damen, wegen denen ich es früher vorgezogen habe, Nähen nicht als mein Hobby anzugeben. Diese älteren Ladys in wallenden Gewändern mit gefilzten Broschen, langen Ketten und Walk- oder Strickwesten die einem erzählen wollen was gerade total angesagt ist in dieser neuen Duuuuuitjursälfkomjuniti.
Versteht mich nicht falsch: Ich hab kein Problem, wenn jemand Broschen filzt, üppigen Schmuck bastelt und diesen zum bodenlanges Gewand und Westen trägt. Aber wenn er mich nicht richtig beraten will und erstmal alles schlecht macht was ich plane, dann hört der Spaß auf. Da möchte ich einfach lieber ein bisschen mehr DerKundeIstKönig sein. 



So, fertig aufgeregt, zurück zu den Fakten.
Mit Klebestickvlies, Anti-Glue-Nadeln und noch zusätzlicher Einlage um die Stoffrückseite zu verstärken wollte ich Berni mein besticktes Traumshirt entlocken. Und, ganz wichtig, sie sollte alle Zeit der Welt haben. Im Klartext: ganze 170 Minuten. HUNDERTSIEBZIG!
Das ist schon eine Ansage, aber ich hab glücklicherweise schon nach den ersten Stichen gesehen, dass ich für die Geduld belohnt werden würde. Kein Vergleich zum ersten Versuch.



Während die gute B580 also ihren Job erledigte und ich nur für den Farbwechsel oder das Füllen der Unterfadenspule parat stehen musste, hatte ich genügend Zeit mich mit einem anderen Problem zu beschäftigen.



Ein Meter Stoff und zwei zugeschnittene Vorderteile ergeben einen gewissen Engpass beim Zuschnitt der Rückseite des Shirts. Zum Glück hatte ich vom letzten Oberteil aus diesem Stoff noch ungefähr eine halbe Shirtbreite übrig und entschied mich also für die total angesagte Teilungsnaht in der Mitte. Kurz kam sogar der Gedanke aus, sie noch pink oder Orange zu covern...
Mittlerweile habe ich den Stoff nochmal bestellt, aber in dem Moment, als ich wußte, dass es mit der Stickerei klappen würde, war es völlig abwegig zwei Wochen auf die Fertigstellung des Shirt zu warten bis der Stoff den langen Weg aus Finnland nach Stuttgart geschafft hätte. Völlig abwegig!



Ende gut, alles gut. Ich bin so froh mit meinem Oberteil und werde mir auf jeden Fall noch ein ähnliches in schwarz nähen und besticken. Außerdem wäre ein Pulli auch ganz wunderbar...
Ich weiß ja mittlerweile, dass Sticken Zeit, das richtige Zubehör und auch Übung braucht.
Viel entscheidender finde ich aber die andere Lektion dieser Geschichte: wenn jemand sagt, dass etwas nicht klappen kann und man auf jeden Fall scheitern wird, sollte das definitiv kein Grund sein es gar nicht erst nicht zu versuchen. Man sollte nur einfach beim Versuchen schön vorsichtig sein und lieber etwas langsam machen.












Stoff: Stoff: Biobaumwolljersey Hippu Single in Oliv von Nosh (Kooperation)
Schnitt: Freebook Kirsten Kimono Tee von Maria Denmark

Stickdatei: Freebie "Kringel 2" von Huups
Verlinkt: Ich näh Bio


Die Bernina B580 wird mir im Rahmen einer Kooperation von der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt, das Stickmodul für die Modelle B560, 570, 580 könnt ihr euch hier näher angucken.

























Montag, 24. Juli 2017

Bernina 580 *Stickmodul Teil 1*

Wie letzte Woche erwähnt: ja, sie stickt jetzt auch. Und dazu möchte ich euch gerne ein bisschen was zu mir, der Stickmaschine, den Dateien und zahlreichen Hürden erzählen. Besser ihr nehmt euch einen Kaffee.
Das Stickmodul meiner sehr geschätzten Bernin 580 ist schon so lange hier wie die Maschine selbst. Ihr wundert euch, warum es nie etwas gesticktes zu sehen gab? Ich auch! Also ein bisschen zumindest, denn die offensichtlichen Gründe waren mir schon vorher klar. Ich bevorzuge es schlicht. Wenn ich morgens zwischen einem Ringelshirt und einem Ringelshirt mit Stickerei wählen kann, wird meine Entscheidung in wahrscheinlich 99 Prozent aller Fälle zu Gunsten der puren Streifen ausfallen. 
Vielleicht ist es bei Taschen und Accessoires etwas anderes, aber die nähe ich nicht so richtig gerne.
Da fragt ihr euch, warum ich trotzdem eine Stickmaschine wollte? Ähm, na um halt mal zu gucken ob ich nicht doch gefallen daran finden könnte. Und ja, verdammt, ein bissen #leidergeil ist es schon. Natürlich würde ich mir keine Blumenranke auf die Hosentasche sticken – dazu müsste ich ja erstmal eine Hose nähen *örks*, aber den Trend mit den Patches kann ich voll mitnehmen! Ha!
Und einen Plan will ich ja immer noch dringend umsetzen: Ich brauche unbedingt ein unifarbenes Shirt mit retro-romantischer Blumenstickerei am Ausschnitt. Davon träume ich seit letztem Sommer.



Ist das Maschiensticken schwer? Die Antwort ist ein sehr eindeutiges Jein.
Theoretisch natürlich nicht. Stickmodul an die Maschine gesetzt, Kabel einstecken, Stickrahmen bespannt und eingesetzt, Stickfüßchen eingesetzt, Transporter versenkt, Stickmodus ausgewählt.
Liest sich jetzt zwar wie eine lange Liste, dauert aber keine 3 Minuten.
Schwer ist der Teil, der die wirklich saubere Umsetzung angeht. Es braucht viel Material und vor allem das Wissen um die unterschiedlichen Stickvliese, Filze und Co richtig zu verwenden.
Und: die Motive werden nur mit hochwertigen (Stick)garnen wirklich perfekt.
Die Fehler die in meinen Patches zu sehen sind, kann ich daher leider weder den Dateien noch Bernina in die Schuhe schieben. Selber Schuld. Ich ganz allein. Oder vielmehr meine Oma. Denn deren vererbte Grane habe ich verwendet. Feine Markengarne von toller Qualität, etwas glänzen, in unzähligen Farben vorrätig... aber eben alt. So ein Faden hält nicht ewig. Und wenn er einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, wird er brüchig, fusselt mehr und reißt eben auch mal. Das ist nichts Neues, mir war das vollkommen bewusst und ich will damit auch nur sagen, dass für das perfekte Ergebnis eben alle Bedingungen Erfüllt sein müssen. Für mich persönlich ist es völlig ok wenn das Motiv nicht glänzt und ein bisschen schrabbelig aussieht. Wenn ich einen Preis gewinnen wollen würde, würde ich jedoch anderes Material verwenden.

Das gleiche gilt für Vliese. Mir war zu Beginn gar nicht klar, dass man die einfach immer baucht. Selbst wenn man direkt auf dicke Baumwollwebware stickt verzieht sich das Motiv im Rahmen wenn es nicht durch "irgendwas" stabilisiert wird. Mein Irgendwas war der Inhalt des Startersets von Madeira welches ich mir nach dem ersten missglückten Versuch im örtlichen Stoffladen geholt habe. Von auswasch- über abreißbare Vliese bis zu welchen die ausgeschnitten werden müssen ist alles dabei. Und das ist auch gut so, denn die Anwendungen sind vielfältig. Ich kann direkt auf ein fertiges Stück sticken, ich kann seperat sticken und dann wie hier bei den Patches aufnähen, ich kann In-the-Hoop Dateien sticken, bei denen ich ein komplettes kleines Nähprojekt nur im Stickrahmen sticke und "nähe" und dazwischen gibt es nochmal gefühlt tausend andere Möglichkeiten.



Stickmotive suchen war für mich sehr anstrengend. Ich bin Selbermacherin. Wenn mir etwas nicht zu 100 Prozent gefällt, verändere ich es bis die 100 Prozent erreicht sind. Das ist als blutige Anfängerin beim Maschinensticken nicht möglich, denn die Motive können nicht groß geändert werden. Das irritierte mich anfangs doch deutlich. Ebenfalls gewöhnen musste ich mich an die doch recht hohen Preise der Dateien – ich bin Plott-Dateien-Preise gewöhnt! Klar, Qualität hat ihren Preis, aber als Schwabe kann ich kein 7er-Set kaufen wenn mir nur ein Motiv wirklich gefällt. Das geht nicht. Wirklich nicht. Sorry.
Das "Problem" konnte ich allerdings umschiffen, denn da bin ich bei der Recherche über Makema gestolpert, die ihre Dateien auch einzeln verkaufen. Typisch: gerade dort hätten ich ganze Sets kaufen können denn etliche Motive treffen meinen Geschmack...

Ich präsentiere hier also stolz meine ersten selbstgestickten Patches und gestehe: ich bin angefixt. Aber so richtig. Nachdem die erste Eistüte in der Geschmacksrichtung Erdbeer vom Band lief aus dem Stickrahmen kam, wollte ich sofort Himbeer-Heidelbeer, Lavendel und Zitrone. Man kann den Hals ja nicht voll genug kriegen. Zwischendrin habe ich mal die Waffelsorte umgestellt und auf ein etwas dunkleres Garn gesetzt – denn krosse Waffeln mag ich eh lieber – um dann sofort mit Donuts und Erdbeeren (für's gute Gewissen) weiterzumachen. Lediglich bei der Pizza habe ich zwischendurch auch ein völlig missratenes Exemplar erhalten – da ist der Käse leider deutlich über den Rand gelaufen weil der verwendete Filz doch zu dünn war... aber hey, bisschen Ausschuss ist immer!



Irgendwann werde ich auch noch mal in einem Post näher auf meine ersten Erfahrungen mit In-the-Hoop-Dateien eingehen, aber bis dahin werde ich wohl noch 1000 Patches machen. Wer mag darf mir gerne Infos zum perfekten Filz dalassen – das aus meinem Fundus war zwar für die ersten Schritte brauchbar, aber ich hab keine Ahnung wie es aus der Wäsche kommt...



Lohnt sich die Anschaffung der Stickmaschine? Auch hier wieder ein klares jein.
Ich bin realistisch: für den Preis des Stickmoduls müsste ich sehr, sehr viele Patches sticken. Sehr viele. Aber es macht Spaß, man kann Materialien und Farben selber wählen und man erschafft was – oder guckt zumindest der Maschine eine halbe Stunde dabei zu ;-) .
Ich nähe ja auch selber obwohl es nicht günstiger ist als kaufen. Die Gründe hierzu kennen wir alle, sie gehen von der reinen Freude am Nähen, dem Kreativ sein bis zu Nachhaltigkeit und dem Wissen wie die Kleidung produziert wurde. Warum sollte es also beim Sticken anders sein?














Die Nähmaschine wird mir im Rahmen einer Kooperation mit der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt, das Stickmodul für die Modelle B560, 570, 580 könnt ihr euch hier näher angucken.

Stickdateien: Eis, Donut, Erdbeere und Pizza von Makema
Stoff: Hippu von Nosh, hier vorgestellt

Donnerstag, 20. Juli 2017

Hippu *IceIceBaby*



Nun stickt sie also auch noch. Ja, zu meiner Bernina 580 gibt es ein Stickmodul und ich habe dieses ebenfalls in meinem Nähzimmer. Ganze, äh, zwei mal habe ich es in den letzten neun Monaten benutzt *schäm* und ich werde euch die Tage mal erzählen wie es nun mit mir und dem Sticken so läuft. Also ob überhaupt was läuft.



Für heute reicht die Info, dass der Trend mit den Patches natürlich auch an mir nicht vorbei gegangen ist. Gut, ich muss mir sowas immer ungefähr so lang angucken bis es schon fast vorbei ist und dann noch schnell auf den schon sehr schnell fahrenden Zug aufspringen bevor er den Bahnhof verlässt, aber nun ja, es kann ja nicht jeder Trends setzten...
Ich wollte auch. Dringend. Kennt ihr das? Wenn der Plan gereift ist, muss es ja dann immer schnell gehen. Ahnung hatte ich nicht, aber zum Glück von der h&h im Frühjahr einen Flyer von Makema mitgenommen. Nach eingehender Recherche hab ich mir dort ein paar Leckereien organisiert und die Sticki angeworfen. Zwischen Messe und Umsetzung lagen auch nur schlappe drei Monate.
Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass nicht alles auf Anhieb glatt lief (zu den Tücken der Stick-Technik dann im Stickmaschinen-Post mehr) aber letztendlich kam unter anderem dieses Köstlichkeit raus: Eine kross gebackene Waffel mit Himbeereis.



Die schrie auch sofort nach einem unifarbenen Shirt und da ich nicht schon wieder das Kimono-Tee bemühen wollte, durfte diesmal Nore ran. Sitzt als Kleid phänomental, da kann auch beim Shirt nichts schief gehen.



Der olivefarbene Biobaumwolljersey hat keinen Elastik-Anteil sondern 1%Viskose beigemischt. Ein ganz tolles Tragegefühl, aber beim Nähen ist ein bisschen Vorsicht geboten: Wer den Stoff zum Beispiel am Halsbündchen zu stark dehnt, wird mit ausgefransten Nähten bestraft. Ich hab extra die Stichbreite runtergedreht, damit die Naht etwas fester wird und hoffe diese Vorsichtsmaßnahme hat geholfen. Des Minimannes Krabben-Shirt aus Flamé (der ist aus 100% Biobaumwolle, fühlt sich aber sehr ähnlich dünn und fest an) hat leider schon die erste offene Naht und das soll hier auf keinen Fall passieren. Gut, ich wehre mich auch selten beim Anziehen und zerre auch eigentlich nie an meinen Oberteilen rum, aber sicher ist sicher.








Rums: RUMS, Ich näh Bio, Biolinkparty,
Schnitt: Nore von Compagnie M. als Shirt ohne Teilung
Stickdatei: Softeis von Makema
Stoff: Biobaumwolljersey Hippu Single in Olive von Nosh (Kooperation)






Dienstag, 9. Mai 2017

Bernina 580 *Knopfloch*



Als ich meine erste "richtige" Bluse nähte, dauerte das ungefähr zwei Wochen. Ein Abend für die Bluse, den Rest der Zeit brauchte ich, um mich zu überwinden die Knopflöcher zu nähen und nicht die feige Druckknopfvariante zu wählen.
Es war übrigens die Bluse, die ich vor Jahren für's Webware-Special im Stoffbüro nähte und als ich Catrin damals sagte, dass ich eigentlich schon fertig sei und nur noch auf Knopfloch-Mut warten würde, entgegnete sie, dass sie dieses Knopflochdrama gar nicht verstehen könne, denn Obach, nun kommt es: die Maschine näht die Löcher ja schließlich von selbst. Recht hat sie!
Mit Catrins Satz im Hinterkopf habe ich die Löcher noch am selben Abend erledigt und es hat wunderbar geklappt. Überhaupt hat es auch in den folgenden Jahren fast immer geklappt. Warum haben Anfänger Angst vor Knopflöchern?
Ich denke es kam in meinem Fall wirklich daher, dass es nicht meiner normalen Nähroutine entsprach. Das Füßchen musste gewechselt werden und mindestens ein Blick in die Anleitung war nötig um bloß nichts zu vergessen. Und wenn man dann fertig ist, kommt das "Schlimmste": man muss mitten im fertigen Teil in den Stoff schneiden! Nicht, dass ich je mit dem Nahttrenner abgerutscht wäre... aber was könnte an dieser Stelle nicht alles schreckliches passieren!
Mit den Knopflöchern meiner alten Maschine war ich eigentlich zufrieden und ich denke, dass die paar Fehlschläge die ich hinnehmen musste, eher der Tatsache geschuldet waren, dass es schnell gehen musste, das Garn schon etwas zu gut abgelagert war oder ich während des Nähens vom Pedal gerutscht bin und damit den Nähvorgang gestoppt habe. Wirklich saublöd bei Knopflöchern.



Fakt ist, ich habe seit geraumer Zeit keine Angst vor Knopflöchern mehr und die Erfindung der Knopflochautomatik schätze ich sehr, daran hat natürlich auch die Umstellung von Brother zu Bernina nichts geändert. Wäre ja noch schöner! Die Bernina 580 hat diverse Knopflochvarianten im Programm und erledigt ihre Arbeit zu meiner vollsten Zufriedenheit. Selbstverständlich kann sie ihre Arbeit aber nur perfekt erledigen, wenn das Garn nicht hundert Jahre alt und fusselig ist und bei feinen Stoffen die Einlage nicht vergessen wird. Maschinenunabhängig sitzt der Fehler halt auch oft VOR der Maschine.
Ein große Unterschied zur Brother liegt in der Großenbestimmung des Knopfes, bzw des Knopfloches, das ist bei der B580 wirklich fein gelöst. Musste ich bei der alten Maschine den Knopf noch in den Knopflochschlitten einspannen und hoffen, dass er richtig saß und das bitteschön auch für mehr als ein Knopfloch, so hält man bei Bernina den Knopf der Wahl einfach vor's Display.
An der Stelle möchte ich euch nicht verschweigen, WIE lange es gedauert hat, bis ich das kapiert habe. Ich hab mich unfassbar blöd angestellt und den Knopf an ungefähr jede Mögliche Stelle der Nähmaschine gehalten, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Maschine die Größe irgendwo erfassen muss. Tut sie aber gar nicht. Im Display erscheint ein Quadrat welches man per Drehrad selbst auf die richtige Größe bringen kann – der Knopf wird hierfür einfach ans Display gehalten. Nicht die Maschine misst, man selbst tut es. Ist die Größe ermittelt, kann der Knopf bis zum Annähen wieder zu seinen Freunden ins Nähkästchen und man kann mit der festgelegten Einstellung alle Knopflöcher nähen.
Und dann kommt das beste. Knöpfeannähen. Nicht von Hand natürlich. Das ist furchtbar und ich gehöre auch nicht zur kleinen Gruppe derer, die diese Tätigkeit irgendwie meditativ finden. Ich meine natürlich die Knopfannähautomatik. Die ist phantastisch. Die ist sogar so phantastisch, dass ich zu ihren Gunsten gerne bereit bin, auf meine früher favorisierten "Smartie-Knöpfe" zu verzichten.
Das war es dann aber auch schon mit Verzicht. Weil es tatsächlich Leute gibt, denen es nicht klar ist: ihr könnt selbstverständlich auch Knöpfe mit vier Löchern mit der Automatik annähen, das sind dann einfach zwei Nähvorgänge pro Knopf.
Ich sag's euch, Knöpfe annähen ist toll und Knopflöcher nähen sowieso!











Die Maschine wird mir im Rahmen einer Kooperation mit der Nähwelt Flach zur Verfügung gestellt und ich erzähle hin und wieder was Berni und ich so erleben, was klappt und an was wir noch arbeiten müssen.