Montag, 19. November 2018

Romy wird Romeo *Schnittreif*



Seit heute gibt es bei Studio Schnittreif die kleine Romy zu haben. Das Rollkragenshirt FrauRomy gibt es ja schon einige Zeit und nun hat es auch der Kinderschnitt in den Shop geschafft.



Wie der Name verrät, ist Romy eigentlich für Mädchen, aber in den kleinen Größen ist die Taillierung gering und selbst in den großen Größen lässt sie sich völlig problemlos entfernen… dem Romeo steht also wirklich nichts im Weg!



Der Junge trägt 104 und ich habe aus Testzwecken nicht aus normalem Jersey, sondern Viskosejersey genäht. Mit Baumwolljersey steht der Kragen sicher mehr. Da die kleineren Größen ja noch verhältnismäßig große Köpfe haben, ist hier auch etwas mehr Spielraum am Halsausschnitt. Wäre ja ärgerlich, wenn die kleinen Biester die Romys/Romeos nicht über die Rübe bekommen!



Da der Junge auch ganz gerne Tücher und Schals trägt, haben wir nicht so einen wahnsinnig großen Bedarf an Rollkragenpullovern. Trotzdem möchte ich für den richtig frostigen Winter noch eine etwas engere Version zum praktischen Drunterziehen nähen.



Verlinkt: Menschen(s)kinder
Schnitt: Romy von Studio Schnittreif
Stoff: dünner Viskosejersey, Reststück











Sonntag, 18. November 2018

Wachstuch/Zero-Waste-Frischhaltefolie herstellen *Beeswrap*

Schon lange wollte ich Wachstuch selbst herstellen und nun endlich bin ich dazu gekommen. Es ist wirklich supereinfach, lediglich ein paar Dinge solltet ihr beachten, wenn ihr euer Bügelbrett danach noch nutzen wollt...



Ihr braucht:

  • Bienenwachs 
  • Stoffreste (am besten dünne Webware)
  • Jojoba-Öl (oder anderes, nicht lichtempfindliches geruchsneutrales Öl)
  • Bügeleisen
  • Backpapier
  • alte Zeitungen
  • (Käse)reibe/Hobel
  • Zackenschere

So geht's:

Das Wachs mit der Reibe zerkleinern. Man kann es auch in Drops-Form kaufen, bezahlt dann aber mehr als im Block und hat es zusätzlich in Plastik verschweißt. Zerowaste und so...
Bügelbrett sorgfältig mit den Zeitungen abdecken. Und bitte, wenn ich "sorgfältig" schreibe, meine ich das auch so! Stoffrest auf Backpapier legen und im Abstand von ungefähr fünf Zentimetern mit Öl betopfen. 
Den geölten Stoff mit Wachsspähnen bestreuen, mit Backpapier abdecken und vorsichtig bügeln. Beginnt mit wenig Wachs, erhöht wenn ihr seht, dass die Menge nicht ausreicht um den ganzen Stoff zu durchtränken.
Ich fand, dass das Wachs sich durch das heiße Bügeleisen sehr gut verteilen ließ. Ich habe aber gelesen, dass manche das Überschmelzen im Backofen bevorzugen, um eine gleichmäßigere Schicht zu bekommen.

Das Wachstuch kurz abkühlen lassen und mit der Zackenschere hübsch in Form bringen.


Ich habe verschiedene Gößen für unterschiedliche Schüsseln hergestellt die ich in der Vergangenheit mit einer Art "Badehaube" abgedeckt habe. Das Wachstuch ist formstabiler als unbehandelte Webware, allerdings wird erst der längere Gebrauch zeigen, ob ich nicht doch noch ein Gummiband einnähen muss.
Zum einwickeln/frischhalten von Käse im Kühlschrank oder belegten Broten für die Mittagspause funktioniert es so aber definitiv.
Nach Gebrauch wird das Wachstuch einfach mit lauwarmem Wasser gereinigt. Dementsprechend solltet ihr natürlich auf das Verpacken von Fleich und Fisch verzichten.
Sollte das Wachs an einigen Stellen brüchig werden, kann einfach nachgebügelt werden.


Fun-Fakt am Rande: In meiner Erinnerung war die Zackenschere DAS Nähtool im Nähkästchen meiner Mutter. Ohne Zackenschere ging gar nichts. Als ich das Nähen für mich entdeckte und anfing mir Handarbeitszubehör zu kaufen, besorgte ich auch sofort eine Zackenschere. Heute habe ich sie zum zweiten (!) mal benutzt. Das erste mal war, als ich Filz für Nähgewichte zu Kreisen geschnitten habe. Nähgewichte die ich übrigens nie genutzt habe...
Nun frage ich mich, ist es der kindlichen Wahrnehmung geschuldet, weil ich die Zackenschere so beeindruckend fand, oder war die vor 30 Jahren wirklich so unverzichtbar?


Mittwoch, 14. November 2018

Sweatjacke *Solid as a rock*



In den letzten zwei bis drei Wochen habe ich so viele Reißverschlüsse für Kleidung gekauft (und teilweise auch schon vernäht) wie in den ganzen Jahren davor zusammen. Keine Ahnung was plötzlich los ist, aber aus heiterem Himmel habe ich beschlossen Jacken zu nähen. Zwei Sweatjacken sind schon fertig, Softshelljacken für mich und den Jungen sollen noch folgen.



Diese Sweatjacke ist ebenso wie die letzte aus Petras Buch. Die aufgesetzten Taschen habe ich weggelassen und außerdem den Beleg gegen eine Fütterung getauscht. Nein, es ist keine komplette Wendejacke geworden – für die Ärmel hat der Stoff nicht gereicht und ich hatte auch keinen Wendezipper – aber ich finde es sieht einfach ein bisschen sauberer aus als mit Beleg. Auch wenn ich diesen bei der letzten Version schon um die Versäuberung des Halsbündchens ergänzt habe, ein Futter macht einfach mehr her.



Die neue "Solid as a rock"-Kollektion von Chat Chocolat ist wie gemacht für eine Jacke. Gut, für einige andere Nähwerke auch, aber ich hab mich tatsächlich schon im Sommer für eine Sweatjacke entschieden und bin dem Plan tatsächlich treu geblieben.



Natürlich habe ich mich geärgert, dass ich nur Stoff für ein Teil in Kindergröße geordert habe, der rote Kuschelsweat der ein bisschen Richtung Rostrot geht hätte mir dann beim Öffnen des Paketes aus Belgien doch auch für mich sehr gut gefallen...






Verlinkt: Ich näh Bio, After Work Sewing, Menschen(s)kinder
Schnitt: Sweatjacke aus Alles Jersey – Hoodies for Kids in Größe 104
Stoff: Bio Sweat (rot) und Biojersey "Solid as a rock" (blau) mit passendem Biobündchen von Chat Chocolat












Donnerstag, 8. November 2018

Genähte (Party)Socken *Freebook*



Socken nähen geht gar nicht. Socken nähen kommt genauso wenig in Frage wie Babybodys, Unterhosen und Unterhemden... oh, ups.



Da ich erst Bodys und später Unterwäsche für den Jungen dann aber schon mehr als einmal genäht habe, war ich in meiner Inkonsequenz jetzt einfach konsequent und hab Socken ebenfalls getestet.



Trägt sich erstaunlich gut, geht sehr schnell und das Beste: Man kann diese langen aber schmalen Jerseyreste verbrauchen die man für sonst nichts mehr verwenden kann. Kommt mir jetzt nicht mit Applis! Kein Mensch braucht so viele Reste für Applikationen, aber wegschmeißen geht ja auch nicht... 



Und bevor jemand fragt: Die Hose ist natürlich nur fürs Partysocken-Bild so hochgeschlagen. Eh klar.




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Verlinkt: Du für Dich, Sew La La, Ich näh Bio
Schnitt: Freebook Sockenliebe von Cherrypicking
Stoff: mein Design Konfetti (Biobaumwolljersey) und Ringel unbekannter Herkunft











Mittwoch, 7. November 2018

Sweatjacke aus Blockstreifen *Lebenskleidung*

Heute verleihe ich einen Preis. Kann man schon mal machen, oder?



In Näh-Kreisen liest man ja oft vom Lieblingsstoff, dem Stoffschätzchen, dem Traumstöffchen oder ähnlichem. Ich erzähle euch heute von genau diesem Stoff.
Es ist in meinem Fall DER Stoff für die ganze Familie und das Spannende dabei ist, dass meine Familie zu zwei Dritteln männlich ist und es ganz selten einen Stoff gibt, den ich wirklich für den Jungen, den Mann und mich gleichermaßen mag. Bei diesen Bio-Blockstreifen in Petrol/Navi ist es so.
Der Preis für den am flexibel einsetzbarsten Stoff 2018 geht an Lebenskleidung. Tadaa, Tusch, Applaus.
Herzlichen Glückwunsch dazu, dass statt MEINEM Sweatkleid, ein Pulli für den Mann und eine Sweatjacke für den Jungen entstanden sind – beide waren so heiß auf den Stoff, dass sie ihn mir quasi unter der Nähmaschine weggerissen haben. Lebenskleidung, ihr Lieben, man könnte sagen, ihr schuldet mir ein Kleid!



Den Männerpuli habe ich euch vor ein paar Wochen schon gezeigt, hier soll es nun um die Kinderjacke gehen.
Aus pedilus neuestem Buch (Alles Jersey//Hoodies for Kids//emf-Verlag) habe ich schon zur Veröffentlichung den Basicpulli getestet und damals schon die Sweatjacke auf die ToSew-Liste gesetzt.
Der Junge hat bisher genau eine (was übrigens auch sein einziges gekauftes Oberteil ist) und findet sie super. Seiner Meinung nach ein Kleidungsstück für große Jungs – das ist ihm extrem wichtig.
Ich hab den Schnitt ohne Änderungen in Größe 104 genäht und er passt prima. Lediglich die Tascheneingriffe sind etwas hoch oder schmal, das kann ich aber sehr gut verschmerzen.
Die Jacke ist wie im Schnitt vorgesehen mit Beleg genäht, die Versäuberung des Halsbündchens habe ich ergänzt.
Eine zweite Version die ich euch nächste Woche zeigen werde habe ich einfach gefüttert, das ging ebenfalls problemlos. Ich mag den Schnitt gerne und denke er wird uns noch einige Größen lang begleiten.



Die Kordel ist übrigens nicht nur Foto-Deko – ich überlege noch, ob ich sie in den Tunnelzug einziehen soll oder nicht, da sie mir etwas zu steif ist und andererseits Kordeln (auch wenn sie festgenäht sind) im Kindergarten nicht gerne gesehen sind. Aber gut aussehen würde es halt...



Verlinkt: Ich näh Bio, After Work Sewing, Menschen(s)kinder
Schnitt: Sweatjacke aus Alles Jersey – Hoodies for Kids
Stoff: Bio Komfort Sweat petrol/navi von Lebenskleidung








Donnerstag, 1. November 2018

LaBlus in grün *Viskosejersey von Hilco*

Es ist schon etwas her, als mich Petra fragte, ob ich nicht Lust hätte, ihren Schnitt LaBlus zu nähen. Sie meinte, der könne was für mich sein. Ich sag es mal so: sie hat recht behalten.



Zwar hat sich das Nähen etwas hingezogen, da ich erst einen passenden Stoff jagen musste, aber dafür bin ich nun mit der Stoffwahl auch ganz besonders zufrieden. Der Schnitt lässt sich aus feiner Webware oder fließendem Jersey nähen und für mich war schnell klar, dass es Jersey sein soll. Bei einem Besuch in Leinfelden bei Hilco stolperte ich dann über den flaschengrünen Viskosejersey und ich wußte sofort was er werden würde. Endlich hatte ich den richtigen Stoff für die Bluse (für mich eher ein Shirt) gefunden.



Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und ich denke, ich werde sicherlich noch eine nähen. Dann mit farbig abgesetzten Einsätzen am Arm. Hier hätte ich mir zwar die blumige Viskose von meinem Sommerkleid Adina super zum Grün vorstellen können, habe mich dann aber wegen meiner Tuchliebhaberei dagegen entschieden. So kann ich auch mehrfarbige Schals und Tücher tragen ohne dass es zu wild wird. Außerdem sah ich die Gefahr, dass durch den doch eher schmalen Einsatz womöglich etwas zu viele Schnittblumen entstehen... 



LaBlus gefällt mir super, lediglich den Namen finde ich etwas sehr erzwungen. Hauptsächlich deshalb, weil ich Angst vor LaHos und LaJack habe die uns die Zukunft bringen könnte. ;-)




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Verlinkt: Du für Dich, Sew La La
Schnitt: LaBlus von Pedilu, 5 cm verlängert
Stoff: Viskosejersey in dunkelgrün von Hilco






Montag, 29. Oktober 2018

Regenjacke Jara/Jaro *Friesennerz*



Noch nie hatte ich das Bedürfnis eine Regenjacke nähen zu wollen. Doch kann kam Julia von Kreativlabor Berlin mit ihrem Jackenschnitt Jara/Jaro ums Eck und ich bin da irgendwie so reingerutscht...
Der Schnitt ist eine Kinderjacke mit leichtem Retrolook, die je nach Belieben gefüttert oder mit Beleg genäht werden kann. Von Regenjacke keine Spur. Aber man kann ja praktisch aus jedem Schnitt eine Regenjacke nähen, wenn man wasserabweisenden/undurchlässigen Stoff verwendet. Und so sprang ich recht schnell auf Julias Hinweis an, dass ich ja einen Friesennerz nähen könnte. Ich finde die Kombi aus Gelb und schwarz-weißen Ringeln so cool, dass ich unbedingt auch eine für mich haben wollte.



Mit dem Ergebnis bin ich mehr als glücklich und ich finde, die Jacke sieht wirklich niedlich aus. Aber dennoch würde ich es nicht wieder tun. Zumindest nicht in dieser Form.



Jeder Stich in den Stoff muss von der Rückseite mit Nahtband versiegelt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dies zu tun (von mit dem Pinsel auftragen bis Aufbügeln ist alles dabei) und mir wurde im Stoffladen aufbügelbares Band empfohlen. Und ich sag es mal so: ICH kann es nicht empfehlen.



Etwas auf einen nicht bügelbaren Stoff aufzubügeln zu wollen ist einfach keine gute Idee. Ja, es geht wenn man sehr vorsichtig ist, aber zwischen das band hält nicht und der Stoff schmilz liegt ungefähr eine Millisekunde. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Ein Bügelei hätte hier gute Dienste geleistet, aber mich hätte wahrscheinlich auch das nicht gerettet.
Um dem Regen weniger Angriffsfläche bzw mir weniger Bügelprobleme zu beschweren, habe ich die Kapuze komplett angenäht und nicht wie im Schnitt vorgesehen auf einem Steg befestigt und mit Knöpfen befestigt. Höhe ist trotzdem ausreichend da, selbst wenn der Junge noch eine Mütze in der Kapuze tragen würde.



Das Ende vom Lied: Die Jacke für den Jungen ist toll, aber am Ärmelansatz sicher nicht komplett wasserundurchlässig. Was allerdings viel schlimmer ist: ich bin so abgeschreckt von dem Material, dass ich mir keine Regenjacke nähen werde. Das wäre nämlich ja eigentlich der Folgeplan gewesen...






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Verlinkt: Menschen(s)kinder
Schnitt: Jacke Jaro/Jara von Keativlabor Berlin
Stoff: Ringel von Noshorganics, Regenbekleidungsstoff vom örtlichen Stoffladen