Die Stoffwahl hat unfassbar lange gedauert, denn Kuori wirkt am besten mit (Kunst-)Leder, beschichteten Stoffen, Cord oder irgendeinem anderen Material das Festigkeit und Struktur mitbringt. Und da sieht's bei mir ja ganz schlecht aus beziehungsweise gab es einfach kein Match zwischen Unistoff, Cord/Leder/Strukturstoff und Musterstoff. An der Stelle muss ich auch gleich beichten, dass ich direkt Kunstleder bestellen musste...
Irgendwie wurde ich aber doch noch im Jeansstapel fündig und der Stoff den ich vor, äh, einigen Jahren für einen Jeansrock gekauft habe, hat jetzt ein Eckchen weniger. Wahrscheinlich wird er jetzt für jeden Schnitt ein paar Zentimeter zu knapp sein, aber egal, es musste sein!

Der aufmerksame Leser fragt sich nun, woher die plötzliche Motivation kam die zwei Täschchen hervor brachte. Das lässt sich leicht erklären. Schon im Vorfeld hab ich öfter mal gelesen, dass Kuori ein Rudeltier sei und es meist nicht bei einem Exemplar bliebe. Und ich so: ja, is klar....

Nach dem Zuschnitt wurde mir schlagartig bewusst warum das Teil so oft im Doppelpack auftritt:
Einmal kurz nicht aufgepasst, hat man das Schnittmuster falschrum auf den Stoff gelegt und ebenso falsch geschnitten. Was bei einer symetrischen Tasche gar kein Ding ist, bringt bei Kuori gleich ein unbrauchbares Schnittteil und somit im Idealfall eine zweite, spiegelverkehrte Tasche hervor.
Sorry, an alle die noch an die Rudelgeschichte glauben: Wenn das Rudel verdächtig ähnlich aussieht steckt meistens ein Fehler im Zuschnitt dahinter.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich dem Schnitt trotzdem etwas verfallen bin und gleich noch zwei weitere Taschen genäht habe. Also freiwillig zwei, denn ich konnt mich nicht für einen Stoff entscheiden und ich musste es ausnutzen, dass ich noch wusste welches Teil wie verstärkt werden muss. Nun, da das Ganze wieder drei Wochen her ist, hab ich schon wieder Angst vor der falschen Einlage...

Leider muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass ich mir jedes mal vor dem Einschlagen von Ösen wirklich sehr viel zeit lasse und alles andere mache bevor die Ösen dran sind. Selten ist mein zuhause sauberer als wenn Ösen anstehen. Da kann so viel schief gehen und einLoch in ein fertiges Stück zu machen fühlt sich einfach nicht richtig an. Außerdem plagt mich jedes mal die Frage, welche Seite der Öse oben sein muss. Ich weiß es vorher einfach nicht und nachher ist es doch meistens falsch. Aber es gibt schlimmeres und ich mag meine beiden Kuoris trotzdem sehr gerne. Da ich aber schon für eine kleine Tasche keine Verwendung habe, wird mich eine in jedem Fall wieder verlassen.
Wenn ihr Taschennähen doof findet oder meinen Stoff (ein USA-Mitbringsel) schön findet, schaut einfach bei Facebook vorbei: dort könnt ihr eine der beiden Kuoris gewinnen.
Schnitt: Freebook Kuori von Hansedelli
Verlinkt: Creadienstag
Stoffe: lange abgelagerte Mitbringsel aus den USA (Joann) und dicker Jeansstoff unbekannter Herkunft








