Sonntag, 18. November 2018

Wachstuch/Zero-Waste-Frischhaltefolie herstellen *Beeswrap*

Schon lange wollte ich Wachstuch selbst herstellen und nun endlich bin ich dazu gekommen. Es ist wirklich supereinfach, lediglich ein paar Dinge solltet ihr beachten, wenn ihr euer Bügelbrett danach noch nutzen wollt...



Ihr braucht:

  • Bienenwachs 
  • Stoffreste (am besten dünne Webware)
  • Jojoba-Öl (oder anderes, nicht lichtempfindliches geruchsneutrales Öl)
  • Bügeleisen
  • Backpapier
  • alte Zeitungen
  • (Käse)reibe/Hobel
  • Zackenschere

So geht's:

Das Wachs mit der Reibe zerkleinern. Man kann es auch in Drops-Form kaufen, bezahlt dann aber mehr als im Block und hat es zusätzlich in Plastik verschweißt. Zerowaste und so...
Bügelbrett sorgfältig mit den Zeitungen abdecken. Und bitte, wenn ich "sorgfältig" schreibe, meine ich das auch so! Stoffrest auf Backpapier legen und im Abstand von ungefähr fünf Zentimetern mit Öl betopfen. 
Den geölten Stoff mit Wachsspähnen bestreuen, mit Backpapier abdecken und vorsichtig bügeln. Beginnt mit wenig Wachs, erhöht wenn ihr seht, dass die Menge nicht ausreicht um den ganzen Stoff zu durchtränken.
Ich fand, dass das Wachs sich durch das heiße Bügeleisen sehr gut verteilen ließ. Ich habe aber gelesen, dass manche das Überschmelzen im Backofen bevorzugen, um eine gleichmäßigere Schicht zu bekommen.

Das Wachstuch kurz abkühlen lassen und mit der Zackenschere hübsch in Form bringen.


Ich habe verschiedene Gößen für unterschiedliche Schüsseln hergestellt die ich in der Vergangenheit mit einer Art "Badehaube" abgedeckt habe. Das Wachstuch ist formstabiler als unbehandelte Webware, allerdings wird erst der längere Gebrauch zeigen, ob ich nicht doch noch ein Gummiband einnähen muss.
Zum einwickeln/frischhalten von Käse im Kühlschrank oder belegten Broten für die Mittagspause funktioniert es so aber definitiv.
Nach Gebrauch wird das Wachstuch einfach mit lauwarmem Wasser gereinigt. Dementsprechend solltet ihr natürlich auf das Verpacken von Fleich und Fisch verzichten.
Sollte das Wachs an einigen Stellen brüchig werden, kann einfach nachgebügelt werden.


Fun-Fakt am Rande: In meiner Erinnerung war die Zackenschere DAS Nähtool im Nähkästchen meiner Mutter. Ohne Zackenschere ging gar nichts. Als ich das Nähen für mich entdeckte und anfing mir Handarbeitszubehör zu kaufen, besorgte ich auch sofort eine Zackenschere. Heute habe ich sie zum zweiten (!) mal benutzt. Das erste mal war, als ich Filz für Nähgewichte zu Kreisen geschnitten habe. Nähgewichte die ich übrigens nie genutzt habe...
Nun frage ich mich, ist es der kindlichen Wahrnehmung geschuldet, weil ich die Zackenschere so beeindruckend fand, oder war die vor 30 Jahren wirklich so unverzichtbar?


Kommentare:

  1. Liebe Änni,
    Danke für die Anleitung. Ist ja auch ne super "grüne" Geschenkidee für die kommenden Feiertage. Ich selbst nutze gekaufte Bienenwachstücher, werde aber auch mal die DIY-Variante testen.

    Ich nehm die Zackenschere übrigens schon öfter Mal, meist zum Versäubern von Webware. Ich denke, vor 30 Jahren hat man auch viel mehr Webware verarbeitet als heutzutage und dementsprechend wurde die Zackenschere öfter genutzt. Man hatte ja z.B. auch keine Ovi nebenan stehen um die fransenden Ränder mal eben zu Umnähen.

    Ganz liebe Grüße
    Paola

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  2. Zackenschere war bei meiner Mutter und meiner Oma auch unverzichtbar.
    Habe sie dann geerbt und seitdem noch nie benützt ;-)

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